Vysis CLL-FISH-Sonden-Kit

CE-Kennzeichnung

Zur in-vitro-diagnostischen Anwendung 

Das Vysis CLL FISH-Sonden-Kit dient zum Nachweis der Deletion der Sondenziele LSI TP53, LSI ATM und LSI D13S319 und zur Verstärkung der D12Z3-Sequenz in peripheren Blutproben von Patienten mit B-Zellen-vermittelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL).

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Sondenaufbau und -designBestellinformationen

Beschreibung
 

Das Vysis CLL FISH-Sonden-Kit nutzt die FISH-DNA-Sondentechnologie zur Bestimmung des Deletionsstatus von Sondenzielen für die locusspezifischen Identifier (LSI) TP53 (mit Tumorproteingen p53, auf Chromosom 17p), LSI ATM (mit Ataxia teleangiectatica-mutiertem Gen, auf Chromosom 11q) und LSI D13S319 (mit dem Marker D13S319, auf Chromosom 13q) sowie zur Bestimmung von Trisomie 12 mit CEP12 (D12Z3-alpha-Satellit, auf Chromosom 12). Das Vysis CLL FISH-Sonden-Kit enthält LSI 13q34 (mit Lysosom-assoziiertem Membranprotein-1-Gen, auf Chromosom 13q) als Kontrollsonde.

Erläuterung des Tests

Chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Form von Erwachsenen-Leukämie in entwickelten Ländern. Ungefähr 1 von 202 Männern und Frauen werden im Laufe ihres Lebens mit CLL diagnostiziert. Das mittlere Alter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei zirka 70 Jahren. Die Inzidenzraten sind höher für Männer (6,44 pro 100.000 in der Population) als bei Frauen (3,51 pro 100.000 in der Population). Die Leukämie-Inzidenz ist bei nicht-hispanischen Weißen am höchsten (13,6 pro 100.000 in der Population) und am niedrigsten bei Asiaten und Einwohnern der pazifischen Inseln (7,4 pro 100.000 in der Population) sowie bei amerikanischen Ureinwohnern und Ureinwohnern Alaskas (7,3 pro 100.000 in der Population). 

Informationen zu den Sondenzielen

Das Tumorsuppressorprotein p53 spielt nachweislich eine entscheidende Rolle bei der Onkogenese und dem Ansprechen auf Chemotherapie bei einer Vielzahl menschlicher Krebsarten. Beim Menschen liegt das TP53-Gen auf dem kurzen Arm von Chromosom 17 (17p13) und ist bei zahlreichen menschlichen Krebserkrankungen unterdrückt oder mutiert. Deletionen der 17p-Region, die zu Anomalien des Tumorsuppressorproteins p53 führen, wurden als einer der wichtigsten Faktoren für eine schlechte Prognose bei CLL identifiziert, da sie für eine kurze Zeit bis zur Erkrankungsprogression, kurze Ansprechdauer, fehlendes Ansprechen auf die Therapie und kurzes Gesamtüberleben (OS) prädiktiv sind. 

Die 17p-Deletion wird bei behandelten Patienten häufiger beobachtet als bei zuvor unbehandelten Patienten, und die Häufigkeit steigt im Verlauf der Erkrankung, wo bis zu 50 % der Patienten mit rezidivierender oder refraktärer Erkrankung die Deletion aufweisen. Etwa 8 bis 12 % der Patienten mit CLL in der Erstlinientherapie tragen das 17p.6. Es ist allgemein anerkannt, dass die Behandlungsergebnisse bei Patienten mit del 17p schlecht sind.

Wenn Patienten nicht auf eine Purin-Analoga-basierte Chemoimmuntherapie ansprechen, führen spätere Therapien zu einem kürzeren progressionsfreien Überleben (PFS). 8 Das Behandlungsergebnis wird stark von mehreren molekular-biologischen Eigenschaften und mehreren nicht zufälligen zytogenetischen Veränderungen und Onkogenen beeinflusst. Insbesondere wurde eine Gruppe von CLL-Patienten mit ultrahohem Risiko festgestellt, bei denen die Deletion des kurzen Arms von Chromosom 17 (del17p) mit einer medianen Lebenserwartung von weniger als 2 bis 3 Jahren verbunden ist.

Auswirkungen auf Patienten

Gegenwärtig weisen die meisten mit CLL diagnostizierten Patienten ein frühes Erkrankungsstadium auf (Rai-Stadium 0 oder 1). Patienten mit CLL im Frühstadium sind eine heterogene Gruppe. Etwa 30 bis 50 % haben ein hohes Risiko für beschleunigte Krankheitsprogression, und der Rest lebt möglicherweise jahrzehntelang weiter und benötigt eventuell nie eine Therapie. Neueste Erkenntnisse zu den biologischen Eigenschaften von leukämischen B-Zellen haben zur Entdeckung neuer Prognosehilfen (Immunoglobulin-variable-Region-Schwerkette-Genmutationsstatus, zytogenetische Anomalien, beurteilt durch Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung [FISH], und Z-Ketten-assoziierte Proteinkinase-70-Proteinexpression) geführt, die dazu beitragen können, die Identifizierung von Patienten mit Erkrankungen im Frühstadium, die ein hohes Risiko für eine frühzeitige Progression der Erkrankung haben, zu erleichtern. 

Eine routinemäßige Karyotyp-Analyse erkennt nur bei 40 bis 50 % chromosomale Veränderungen, die mit CLL assoziiert sind. Mit FISH und anderen Technologien wurden genomische Anomalien in über 80 % der CLL-Fälle erkannt. Die häufigsten genomischen Aberrationen sind Trisomie 12 und Deletionen von 13q, 17p und 11q.

Verschiedene veröffentlichte Studien weisen darauf hin, dass einige dieser chromosomalen Anomalien mit verschiedenen Erkrankungsparametern korrelieren können.

Anwendungsgebiet

Das Vysis CLL FISH-Sonden-Kit dient zum Nachweis der Deletion der Sondenziele LSI TP53, LSI ATM und LSI D13S319 und zur Verstärkung der D12Z3-Sequenz in peripheren Blutproben von Patienten mit B-Zellen-vermittelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). Der Assay kann zur Dichotomisierung von CLL (13q-, +12, oder normale Genotyp-Gruppe gegenüber der 11q- oder 17p-Gruppe) und als Hilfsmittel bei der Bestimmung der Erkrankungsprognose in Kombination mit zusätzlichen Biomarkern, der Morphologie und anderen klinischen Informationen verwendet werden. 

Der Test ist nur für die Verordnung bestimmt. 

Indikationen und Nutzungsbeschränkungen

Grenzen des Verfahrens

Nur zur Verwendung als In-vitro-Diagnostikum.

  1. Das Vysis CLL FISH-Sonden-Kit ist für den Einsatz in Kombination mit zusätzlichen Biomarkern, der Morphologie und anderen klinischen Informationen bestimmt.
  2. Andere Signalmuster können auftreten und Metaphasenanalysen sind möglicherweise hilfreich für die Charakterisierung solcher Muster.
  3. Wenn eine Probe ein niedriges, abnormales FISH-Muster aufweist, wird die Verwendung des/der passenden Single-Pass-Filter zur Bestätigung des Musters empfohlen. Die Missachtung dieser Empfehlung kann zur ungenauen Identifizierung von Signalmustern führen.
 
Studien
 

Klinischer Nutzen

Die herkömmlichen klinischen CLL-Staging-Systeme nach Rai und Binet basieren auf der Krankheitslast und waren für die Zuordnung von Patienten zu Gruppen mit einer ähnlichen Überlebensrate hilfreich. Diese Systeme sind jedoch bei der Vorhersage des Überlebens bei Erkrankungen im Frühstadium nicht effektiv, wenn die meisten CLL-Fälle diagnostiziert werden. Dies hat zur Entwicklung neuer molekularer Marker geführt, mit denen versucht wird, zwischen Patienten mit Anfälligkeit für eine schnelle Progression und Patienten mit indolenter Krankheit zu differenzieren.

In einer von Döhner et al. durchgeführten Pivotstudie mit dem Titel „Genomische Aberrationen und Überleben bei chronischer lymphatischer Leukämie“ wurde herausgefunden, dass durch FISH erkannte genomische Veränderungen prädiktiv für den Krankheitsverlauf und das Gesamtüberleben sind. Mehrere Studien unterstützen die Schlussfolgerung von Döhner et al., dass der Verlust der Marker 17p und 11q verkürzte Überlebenszeiten prognostiziert, verglichen mit anderen Döhner-Gruppen, die durch FISH-Aberrationen bestimmt wurden. Solche Studien führten zu der Einbeziehung von FISH-Testverfahren in die Praxisleitlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) als Mittel zur Bestimmung der CLL-Prognose.  

In einer prospektiven Studie im Jahr 2006 von Shanafelt et al. an 151 Patienten, bei der Vysis FISH-Sonden verwendet wurden, wurde eine Korrelation zwischen dem Gesamtüberleben und der FISH Risikokategorie für CLL bei der Diagnosestellung ermittelt. Die Patienten wurden in zwei prognostische Gruppen eingeteilt. Sie wurden der Gruppe mit guter/intermediärer FISH-Prognose zugewiesen, wenn keine chromosomalen Veränderungen oder nur 13q- und/oder +12-Aberrationen vorhanden waren. Wenn eine Chromosomenaberration von 17p oder 11q vorhanden war, wurde der Patient der FISH-Gruppe mit schlechter Prognose zugeteilt. Schlechte verglichen mit guter/intermediärer FISH (P = 0,004), Alter bei Diagnose (P = 0,0006) und Rai-Stadium (P = 0,0026) waren in einer univariaten Analyse jeweils signifikant mit dem Gesamtüberleben assoziiert. Wenn alle Faktoren in das multivariate Cox-Regressionsmodell einbezogen wurden, blieb jeder der drei Faktoren signifikant: schlechte verglichen mit guter/intermediärer FISH (P = 0,00022), Alter bei Diagnose (P = 0.000024) und Rai-Stadium (P = 0,00012). Der klinische Nutzen des Vysis CLL FISH-Sonden-Kit wurde hauptsächlich durch dessen hohe Übereinstimmung mit dem Assay bestimmt, das in der Veröffentlichung von Shanafelt et al. genutzt wurde (siehe Methodenkonkordanz in der Packungsbeilage). Außerdem wurde in der Shanafelt-Studie angemerkt, dass alle Patienten mit der 17p-Anomalie 24 bis 94 % Zellen mit dieser Anomalie aufwiesen. Daher konnte die Wirkung von 17p in sehr niedrigen Spiegeln nicht ermittelt werden. In einer aktuellen Publikation zu unbehandelten 17p-CLL-Patienten berichteten Tam et al. ein 3-Jahres-Überleben von 92 % bei Patienten mit < 25 % Zellkernen mit 17p-Deletion im Vergleich zu 54 % bei Patienten mit ≥ 25 % Zellkernen mit 17p-Deletion (P = 0,007).

Die National Comprehensive Cancer Network (NCCN) Practice Guidelines™ für das Non-Hodgkin-Lymphom (v.3.2016), bei denen es sich um die Konsensempfehlungen von führenden US-amerikanischen Onkologieexperten handelt, erwähnen FISH (einschließlich Anomalien, auf die mit diesem Kit getestet wurde) als informativ für Prognose und Therapieentscheidung. Die Leitlinien empfehlen die Verwendung von FISH zum Zeitpunkt der Diagnose sowie zur erneuten Bewertung durch FISH zum Zeitpunkt des Rückfalls, um Behandlungsoptionen zu bestimmen (einschließlich Anomalien, auf die mit diesem Kit getestet wurde).

Sondeninformationen

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